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  Publikationen

             
 

Seit Jahren schreibe ich Kurzgeschichten und Themenberichte. Die neusten Texte werden hier publiziert.

 

 




Dorfzytig
September 2018
 

Wie das duftet!

Kolumne auf der Gemeinde-Webseite von Langenbruck Seite 18: https://www.langenbruck.ch/dorfzeitung (Dorfzeitung, Dezember 2018)

  © Irene Meyer, September 2018, huus-art.ch

 

 

Dorfzytig
September 2018
 

Liebe Thea...

Kolumne auf der Gemeinde-Webseite von Langenbruck Seite 24: https://www.langenbruck.ch/sites/default/files/files/dorfzeitung/Dorfzytig%20Nr.%2040%20web.pdf

  © Irene Meyer, September 2018, huus-art.ch

 

 

Dorfzytig
Juni 2018
 

David im Garten

Kolumne auf der Gemeinde-Webseite von Langenbruck Seite 15: https://www.langenbruck.ch/sites/default/files/files/dorfzeitung/Dorfzytig%20Nr.39%20web.pdf

  © Irene Meyer, Juni 2018, huus-art.ch

 

 


Dorfzytig
März 2018
 

Landfrauen-Laden mit Kaffee

Auswertung der Umfrage vom September 2017

Es haben sich einige Lieferanten und Helferinnen für ein solches Projekt gemeldet. Die positiven Kommentare zu dieser Idee: «Voll cool! Endlich geht was.» «Ein solcher Treffpunkt wäre toll!» Dennoch, die Meinungen waren insgesamt pessimistisch: «Das schafft ihr in Langenbruck nie!»

«Solche Ideen (Träume) brauchen Zeit und wenn man ihnen die Zeit lässt, und sie immer wieder träumt, werden sie eines Tages Realität» so Hektor Herzig, Gemeindepräsident.

Rückblick
Die Idee eines Cafés ist nicht aus der Luft gegriffen, denn ob Café, Kaffeestube, Kaffeehalle oder Tea Room… es gab sie in unserem Dorf schon! Sie gehörten damals zum Alltag in Langenbruck. Dies belegen alte Fotos und Schriftstücke:  ·      «Kaffeestube» bzw. «Kaffee-Halle», der Familie Dettwiler, an der Dorfstrasse (in Vorzeiten das «Gilgen-Huus» genannt).

·      „Zur Kurve“, in der Nähe der katholischen Kirche gab's das Tea Room «Zur Kurve» von Fanny Renggli (1870–1973; ehemalige «Kurhaus»-Wirtin) und ihrer Nichte, das «Kurhaus-Schüli» (Juliana Josefa Schmid, 1891–1975; von Schüpfheim LU).

·      «Café Jura», an der Hauptstrasse

·      «Café», an der Dorfgasse (ohne Bild). Während des 2. Weltkrieges gab's an der Dorfgasse (unterhalb des heutigen «VOLG» und nach dem «Jedele-Huus») vorübergehend ein Café. In einer kleinen Stube bewirteten «Kämpfer-Fritz» und seine Halbschwester «Ferrari-Frieda» ihre Gäste (hauptsächlich Soldaten), und stellten nebenbei Magenbrot her für die umliegenden Märkte.

·      «Tea Room Wagner», an der Hauptstrasse vis à vis des Gasthofs «Bären» (um 1954 abgebrochen).

 Ja, solche Träume brauchen Zeit!

 © Irene Meyer, März 2018, huus-art.ch

 

 

Dorfzytig
März 2018
 

Mir schwirrt der Kopf

«Es liegt nicht an der Technik, es liegt an uns», schreibt Matthias Zehnder zum Thema: Unsere digitale Masslosigkeit. (Dorfzytig, 12.2017).

 … es liegt an uns. Genau! Und ich fühle mich dabei meist überfordert mit all dem Fachchinesisch:

Fachchinesisch  Ich schreibe viel und gerne, weshalb ich in den Ferien oft meinen alten Laptop im Gepäck mitführe. Den letzten Urlaub hat er infolge eines Transportschadens jedoch nicht überstanden, und ich bin darüber sehr betrübt. Der kleine, schwere, 16jährige IBM-Laptop war mir stets ein treuer Begleiter - ich brauche einen würdigen Ersatz!

Mit Hilfe des Internets will ich mich kundig machen, was «en vogue» ist. Da lese ich: «… Workstation, Tablet-PC, Note-, Net-, Travel- oder Ultrabooks».

Ach, herrjeh!  Also, eine Workstation kann es nicht sein, denn ich will ja Ferien machen und nicht worken. Ultra ist mir entschieden zu wenig. Note-, Net- und Travelbooks sagen mir nichts und Tablets haben keine Tastatur. Ohne Tastatur, nein Danke! Ich will doch Texte schreiben, überall und jederzeit, unterwegs oder zu Hause.

Im Internetforum erhalte ich den Rat: Net- oder Travelbook. Mit diesen Vorkenntnissen ausgerüstet gehe ich zum Fachhändler. Der Verkäufer erklärt mir die Modelle und so erfahre ich im Schnellzugstempo einiges über: Touchfunktionen, Skypen, Streamen, Booten, Trackpads, App-Stores, Troubleshooting, Sky-Drive und den BitLocker. Und, dass die meisten Alleskönner kein Laufwerk besitzen.

«Was ist ein Laufwerk?» frage ich bereits leicht überfordert. «Na, zum CD abspielen!», antwortet der Verkäufer, erstaunt über meine Unkenntnisse. Klar, die kleine Schublade, wie vergesslich ich doch bin! «Und wie soll ich da jemals eine neue Software aufspielen?», pariere ich genervt. «Die lädt man heute aus dem Internet herunter, mit einem Zugangscode».

Hilfe…!  Um es kurz zu machen, ich bin müde, frustriert und völlig überfordert mit diesem Fachchinesisch. Ich habe genug vom Skypen, Streamen und Booten. Deshalb vertage ich einen Neukauf (um min. 10 Jahre!) und gehe stattdessen in den nächsten Schreibwarenladen.

Ab sofort bin ich stolze Besitzerin eines rassig roten Spiralhefts, mit Festeinband, Gummispange und Biolabel, sowie einem Schnellschreibkugelschreiber.

Ja, es liegt an uns, was wir aus diesem digitalen Zeitalter machen. In meinem Fall: Computer und Fernseher ausschalten und das Handy selten auf Empfang. Stattdessen Schreibblock und «Kugi» für neue Gedanken und Ideen.

Friedlich, still und einfach herrlich!

E gueti Zyt  Irene Meyer

© Irene Meyer, März 2018, huus-art.ch

 

   
Dorfzytig
März 2018
 

Ein Dorfmuseum in Langenbruck

Jedes Jahr stehen zwei Termine fix in meiner Agenda: Tagesausflug ins Freilichtmuseum Ballenberg und Besuch im «Stohhus»-Museum in Kölliken. Ja, ich bin ein Fan von alten Gebäuden, Gegenständen und Fotos. Mich faszinieren diese Zeitzeugen und Geschichtenerzähler.

Als ich im September das «Stohhus»-Museum in Kölliken besuchte, stand auf einer Pinnwand geschrieben:

«Wozu braucht es ein Dorfmuseum?»

Antworten der Besucher: Tradition bewahren; Heimat schaffen; Wissen wie es früher war; eine Art Gedächtnis des Dorfes; … um zu erfahren, dass einfaches Leben möglich war; Namen und Berufe weitergeben; Erinnerungen sammeln.

Weshalb nicht auch ein Dorf-Archiv in Langenbruck? Weshalb nicht auch ein «offizielles Gedächtnis des Dorfes» anlegen? Hätte die Gemeinde genug Raum, um Raritäten aus dem alten Langenbruck richtig zu archivieren? Würde die Bevölkerung mitmachen, und vom Keller bis zum Dachboden nach alten Zeitzeugen suchen? Und weshalb nicht im «Bider-Hangar», nebst der geplanten Bider-Ausstellung, ein Dorfmuseum integrieren?

Ja, ich weiss, meine Fantasie schlägt wieder Purzelbäume! Und trotzdem, die Idee eines offiziellen Dorfarchives ist auf der Gemeindeverwaltung gut aufgenommen worden. Es stehen bereits geeignete Räume bereit, die in Bezug auf Sicherheit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ideal sind.

Ich konnte im Vorfeld das Dorfarchiv in Kölliken besichtigen. Dabei habe ich vieles erfahren über das  Sammeln, Registrieren und Archivieren. Auch Ideen für Sonderausstellungen sind notiert. Einige Beispiele für Jahresthemen: Waschtag; Backtag; geflickt und wieder verwertet; Dorfschule; alte Spielsachen; 1. und 2. Weltkrieg: Hoffen und Bangen; Chrutt und Ochrut; Kunst im Dorf u.a.

Im Dorfmuseum Kölliken gibt es sogar einen Lehrpfad für Kinder, der von einer ausgebildeten Museumspädagogin betreut wird. Und seit Jahren wird im September der «Stohhus-Märt» durchgeführt. Ein Handwerksmarkt mit grossem Flair, ähnlich wie unser Weihnachtsmarkt.

Noch ist es hier in Langenbruck nicht so weit! Zunächst braucht es ein «offizielles Dorfarchiv». Dazu einige Beispiele, was in einem gut bestückten Depot alles zu finden ist:

Alltägliches: Geschirr, Haushaltgegenstände, Kinderspielzeuge, alte Radios, Musikinstrumente, Utensilien aus Heilkunde und Pflege, Schuhwerk, Kleider, Telefone, Trachten, Schmuck, Fahrräder, Spinnräder und Webstühle, Skis, Nähmaschinen … .

Handwerkzeuge der Berufe: Landwirt, Käser, Bäcker, Metzger, Jäger, Holzfäller, Wagner, Schmied, Schuhmacher, Künstler, Uhrenmacher, Krämer, Hebamme, Arzt, Lehrer, Pfarrer … .

Schriftstücke: Bücher, Notenbüechli, alte Fotos einschliesslich Fotoalben (wenn möglich beschriftet), Lebensmittelkarten, Rabattmarkenbüechli, Postkarten, alte ausgebaute Balkenstücke mit eingrafierten Namen und Jahrzahlen (Fundhaus angegeben), Schönthal-Ziegel, … .

Alles zu den Themen: Sanatorium, Hotel, Restaurant, Hofgeschichten, Uhrenindustrie, Kloster Schöntal, Römerzeit, berühmte Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wirtschaft … .

Es wird gesammelt!
Die Räumlichkeiten für das offizielle Dorfarchiv sind bereit. Und jetzt ist jede Mitbewohnerin und jeder Mitbewohner gefragt!

Melden Sie bitte auf der Gemeindeverwaltung (062 390 11 37 oder Gratisnummer: 0800 8044 38), wenn Sie Gegenstände beisteuern möchten. Diese werden vor Ort besichtigt und wenn passend direkt abgeholt. Ganz wichtig sind zusätzliche Hintergrundinformationen zu jedem Exponat für das Inventar: Alter, Einsatzgebiet, früherer Besitzer und Gschichtli dazu.

Ein Dorfarchiv, ein Ort voller Geschichten… sammeln Sie mit! Die ersten Exponate sind bereits im Dorfarchiv eingetroffen.

© Irene Meyer, März 2018, huus-art.ch

 

 

 

Dorfzytig
Dezember 2017
 

"Auf bald, ich freue mich!"

Ich mag sie, die Briefe von Thea. Seit vielen Jahren pflegen Tante Thea und ich eine wunderbare Brieffreundschaft. Keine  E- Mail, weder Watsapp  noch SMS – nein, wir schreiben Briefe. Ich mag ihre handgeschriebenen Briefe, denn jede Seite ist eine kreative Augenweide: unpassende Zeilen sind gestrichen, fehlende Worte am Rand ergänzt und vergessene Satzteile werden mit „Kreuzli“  eingefügt. Dabei war der erste Brief ein Zufall: „Schreib mir doch mal“, hat sie bei einem spontanen Treffen gesagt. Und ich habe geschrieben, viele Seiten lang, und kaum vier Wochen später kam ihre Antwort.

Ja, ich mag den Schreibkontakt mit Thea. Unsere Briefe reflektieren, sie trösten und motivieren, wir loben und wir bedanken uns, und selbst der Humor ist oft zu Gast.Wir berichten aus dem Alltag und während ihr Hauptthema „das liebe Alter“ ist, erzähle ich aus meinen „Wechseljahren“.  Uns trennen 22 Jahre und trotzdem oder gerade durch den Altersunterschied, sind die Themen weitreichend: Konzerte, Reisen, Politik, neue Pläne, alte Leidenschaften, Kochen, Backen und vieles mehr. Ein kunterbuntes Bild aus unserem Leben.

Und erst die „Beilagen“! Wo immer uns etwas Spannendes in die Hände fällt wird kopiert und beigelegt: Einladungen zu Vernissagen, Rezensionen von Büchern, Zeitungsausschnitte über Vorträge, und am Schluss sind die Couverts meist prall gefüllt.

Alle paar Wochen setze ich mich an den Computer (keine Handschrift) und antworte auf ihre Post. Vor mir liegen zahlreiche Notizen: Ausflug auf den Ballenberg, Ostfriesenkuchen „Thedas Krintstuut“ ausprobiert (schmeckt lecker), neuer Roman von Milena Moser gelesen – und selbst Kummer und Sorgen bleiben kein Geheimnis zwischen uns.

Ja, Brieffreundschaften sind herrlich! Briefe lassen verweilen, sie lassen Raum zum Nachdenken, Briefe sind langsam und das ist gut so. Brieffreundschaften sind ein seltenes Juwel, ein grosses Geschenk. Und während das Couvert in den Postkasten gleitet, rufe ich leise: „Auf bald Thea, ich freue mich!"



Thedas Krintstuut Ostfriesenkuchen 

Rezept aus dem Roman von Sylvia Lott: Die Inselfrauen

500 Gr. Weizenmehl
20 Gr. Hefe
¼ Liter Milch und etwas Milch zum Bestreichen
1 EL Quark
80 – 100 Gr. Zucker
80 Gr. Butter
1 Ei
1 Prise Salz
100 Gr. Rosinen und 100 Gr. gehackte Mandeln (oder 200 Gr. Rosinen)

Backofen auf 50 Grad vorheizen. Milch erwärmen, dann Butter schmelzen, etwas abkühlen lassen. Rosinen abwaschen, trockentupfen und in Mehl wenden. In einem grossen Sieb überflüssiges Mehl abstäuben (dadurch senken sie sich nicht im Teig). Backofen ausschalten. Das Mehl in eine Schüssel geben, die Hefe hineinbröseln, den Zucker daruntermischen. Milch-Butter-Mischung über das Mehl giessen. Das Ei hineinschlagen, eine Prise Salz und den Quark hinzugeben und alles kräftig durchkneten. Zuletzt die Rosinen hineingeben, erneut kneten. Der Teig muss schön glatt werden. Die Schüssel mit einem sauberen Küchenhandtuch bedeckt ca. 45 Minuten im erwärmten Backofen gehen lassen. Herausnehmen, noch einmal kräftig durchkneten und in eine gefettete Kastenform geben. 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig mit einem scharfen Messer auf der Oberseite längs einschneiden. Mit Milch bestreichen und ca. 45 Minuten backen: etwa nach der Hälfte der Backzeit, wenn der Stuten schon hellbraun ist, mit Alufolie abdecken. Noch ca. 5 Minuten in der Form belassen, dann herausnehmen und abkühlen lassen. Krintstuut in Scheiben schneiden und mit frischer Butter bestreichen und je nach Geschmack mit etwas Zimtzucker bestreuen.

Schmeckt auch köstlich mit selbst gemachter Marmelade oder Pflaumenmus. Zu Ostriesentee mit Kandis und Sahne servieren….

En Guete und frohe Weihnachten

Irene Meyer

© Irene Meyer, Weihnachten 2017, huus-art.ch 

 

 

 

 

Dorfzytig
September 2017
 

Landfrauen-Lade mit Kaffee

Ich darf eine Dorfkolumne schreiben, darf wahre Geschichten erzählen und ich darf fantasieren! In dieser Ausgabe möchte ich von einem Traum berichten: Einem kleinen Dorfladen mit Kaffee! Die Idee stammt nicht von mir, vielmehr habe ich davon gelesen und das Projekt lässt mich nicht mehr los!

In diesem Laden-Kaffee werden Erzeugnisse von Bauernhöfen und Privatpersonen aus unserem Dorf angeboten: Honig, Dörrobst, Likör, Schnaps, Bretzeli, Confi, Most, Schüblig, Weihnachts-Chrömli, viele Varianten Sirup, Eier und Wurst, Geschenkideen, Weihnachtsgestecke, Fotokarten und vieles mehr. Im Sommer gibt es jeden Samstag einen kleinen saisonalen Markt:  Aepfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Ruebli, Kartoffeln und Brot.

Bauern und andere Kreative aus dem Dorf präsentieren Ihre Produkte, begeisterte Frauen und Männer engagieren sich als Ladenpersonal und wir Bewohner sind regelmässig zu Gast. Dieser Laden mit Kaffee wäre unser Markenzeichen für Nachhaltigkeit und Dorfgeist!

Der Claroladen und die engagierten BetreiberInnen machten es vor. Im „Landfrauen-Lade“ sind jedoch ausschliesslich Dorfeigene Erzeugnissen im Angebot, Produkte direkt ab Hof, frisch aus der Backstube oder dem Nähatelier. Nahrungsmittel, Geschenke, Mitbringsel: aussergewöhnlich, nachhaltig, biologisch, alles was das Herz erfreut!

In meinem Traum stellt die Gemeinde einen öffentlichen Raum zur Verfügung, zum Beispiel  in der Revue: ein Revue-Kaffee mit Laden, klein aber fein! Ich rechne mir vor, wenn sich jeder Bewohner ein Mal pro Monat nur einen Artikel aus dem Laden kauft, ergibt dies 970 Verkäufe pro Monat und 11‘640 Artikel pro Jahr. Wow! Unser „Landfrauen-Kaffee“, Kultur-Kaffee“ oder „Revue-Kaffee“ floriert. Unsere Bauern hätten viele Produkte bereitzustellen. Ein Traum!

Im Laden gibt es auch eine Pinnwand für private Dienstleister und Interessierte aus dem Dorf: Seniorin erledigt Näharbeiten, fülle ihre Steuererklärung aus, Babysitter gesucht, Fahrdienst anzubieten, erledige Gartenarbeiten, Haushaltshilfe gesucht, pensionierter Schreiner erledigt… usw.

Ja, ich bin ein Schreiberling, darf fantasieren und ich darf träumen! Die Frage ist nur, ist unsere Dorfbevölkerung bereit, sich als regelmässige Kunden oder Lieferanten zu beteiligen? Natürlich wären die Oeffnungszeiten beschränkt, ähnlich wie beim Claroladen früher.

Ich schaue mir alte Fotos aus Langenbruck an: Die Hauptstrasse ist noch nicht asphaltiert und es gibt viele Krämerläden, Gastwirtschaften und sonstige Dienstleister. Und heute? Am 9. September wurde unsere neue Hauptstrasse eingeweiht: frisch, modern, mit einem auffälligen Postplatz und einem schmucken Schulhausplatz. Wie schön wäre da ein Landfrauen-Lade mit Kaffee, eine Art „Krämerladen“ wie in alten Zeiten!

Lasst uns eine Umfrage machen: Schreibt mir, ob ihr als regelmässige Kunden, Lieferanten oder Helfer mitmachen würdet? Gefällt Euch die Vorstellung eines eigenen, nachhaltigen Dorfladens mit Kaffee oder Bistro? Welche Oeffnungszeiten wären sinnvoll und welcher Namen ansprechend? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: eigene Produkte, private Dienstleister, ein kleiner Treffpunkt, ein Schwatz im Kaffee, im Sommer samstags ein kleiner Gemüse- und Obstmarkt. In der Weihnachtszeit Gebäck und Kerzengestecke. Und wie weit soll und kann sich die Gemeinde daran beteiligen? Lokalvorschläge?

Träumt mit und schreibt mir bis spätestens Ende Oktober 2017 Eure Gedanken und Vorschläge: Irene Meyer, Unteres Schwengifeld 5, 4438 Langenbruck oder irene.meyer.bl@bluewin.ch

Wie erwähnt, so ein Dorfladen mit Kaffee ist nicht meine Idee, aber als Schreiberling träume ich laut davon! Ein Landfrauen-Lade mit Kaffee: Ein Gemeinschaftswerk, ein Pilotprojekt, ein schöner Traum!

© Kurzgeschichte September 2017, Irene Meyer

 

 

 

 

Dorfzytig
Juni 2017
 

Soziales Engagement im Dorf

Hinsehen oder wegschauen? Sich berühren lassen oder „wegzappen“? Auch „freiwillige Helfer“ stellen sich diese Fragen und dennoch – sie sind da! Sie engagieren sich in der Betreuung von alten Menschen, bei sozial Benachteiligten oder bei Menschen auf der Flucht. Die nachfolgende Geschichte erzählt von „Luca“ und sie erzählt von Freiwilligen aus unserem Dorf, und die Frage lautet: Menschliche Schicksale und engagierte Mitbewohner - sich berühren lassen oder „wegzappen“?

Ein kleiner Junge, mit einer grossen Geschichte!
Wir haben Besuch - Luca, ein 4jähriger Flüchtlingsjunge aus Syrien. Luca (Name geändert), ein kleiner Junge, mit einer grossen Geschichte: Krieg, Angst und Schrecken – und die Flucht in ein fremdes Land,  in unser kleines Dorf. Unsere Freundinnen haben sich mit der christlichen Familie angefreundet und stehen ihnen im Alltag tatkräftig zur Seite: Fahrten zum Arzt, Anwaltstermine, Kinderhüten und so weiter. Sie unterstützen bei sprachlichen Problemen, kulturellen Fragen und in seelischer Not. Sie helfen, und mit ihnen noch einige Menschen mehr – freiwillig, engagiert und mit viel Herz!

Rückblende: Während die Familie den neuen Alltag in unserem Dorf zu bewältigen sucht, hat Luca Mühe, sich mitzuteilen - sein kleines Herz zu öffnen. Stattdessen ist er oft überdreht und etwas schwierig. In unserer Welt fühlt er sich noch nicht geborgen und willkommen, hat nur wenige Kinder zum Spielen und kaum Gelegenheit zu vergessen. Am Anfang sitzt der kleine Junge viel vor einem Kindersender und schaut Trickfilme: tage- und wochenlang und nach einigen Monaten spricht er plötzlich… Englisch, fliessend Englisch - die Sprache seines Kindersenders, die Sprache aus seiner fröhlich bunten Trickfilmwelt.

Ja, Luca spricht nun fliessend englisch. Eine Sprache die viele Erwachsene verstehen, eine Sprache, in der sich Luca  endlich mitteilen kann. Und plötzlich sind sie da, die 1‘000 Fragen eines vierjährigen Kindes: beim Spazieren, auf Besuch, im Dorfladen oder unterwegs –  Luca wird nicht müde zu fragen. Er ist endlich angekommen, nimmt Kontakt auf und fragte sich durch seine neue Welt. Luca hat wieder Hoffnung geschöpft: er besucht die Spielgruppe, lernt langsam die deutsche Sprache, ist ruhiger geworden und seine verletzte Seele scheint zu heilen - langsam aber stetig.

An Karfreitag ist Luca zu Besuch bei uns und steht staunend vor einer kleinen Buche im Garten. Sie ist noch immer mit grossen, farbigen Weihnachtskugeln dekoriert: golden, rot und blau – eingebettet in die grün keimenden Blätter. „ Christmas Tree!“ ruft Luca  begeistert und seine grossen, braunen Augen strahlen.

„Weihnachtsbaum!“, und dies an Ostern, und mir wird mit einem Mal bewusst: Luca und seine Familie brauchen eine Zukunft, sie brauchen Geborgenheit und Frieden, und weshalb nicht in unserem kleinen Dorf - gemeinsam mit uns allen?

Für mich steht fest - ich will auch mithelfen, aktiv sein, im Grossen, wie im Kleinen. In der Betreuung mithelfen, unterstützen, annehmen und vor allem willkommen heissen.  Nächstenliebe leben: jetzt, hier und heute! Wir alle können aktiv werden und ein Stück Heimat sein!

Ankommen, Ruhe finden, Zukunft haben und (hoffentlich) bleiben dürfen!  „Christmas Tree an Ostern“ für seine Familie und für Luca - dem kleinen Jungen, mit seiner grossen Geschichte!

Anmerkung der engagierten Freundinnen: „Diese herzliche Familie, diese vier Menschen, sie sind eine grosse Bereicherung. Die Familie möchte sich an dieser Stelle bedanken, dass sie so offen aufgenommen und bei der Integration unterstützt werden. Sie erfahren dadurch Wertschätzung und Akzeptanz!“ 

© Kurzgeschichte Ostern 2017, Irene Meyer

 

 

 

 

Dorfzytig
März 2017
  Die alte Schumacherei

Es war kein Tag wie jeder andere, das merkte Andrea schon am Morgen, als sie aufstand. Und dieses noch unbestimmte Gefühl sollte sich schon bald bestätigen. Auf dem Weg zur Arbeit wollte Andrea noch kurz in den Supermarkt bei ihr um die Ecke…

…doch aus unerklärlichen Gründen lief sie in die entgegengesetzte Richtung, in eine abgelegene, etwas vergessene Gasse der Altstadt. Es schien ihr, als ob jegliches Leben aus dieser Strasse entwichen wäre: Keine Blumentöpfe auf Fenstersimsen, keine Fahrräder in Hauseingängen und keine Menschenseele weit und breit. Einzig die zahlreichen kleinen Läden erzählten aus längst vergangener  Zeit: Metzgerei, Bäckerei, Kolonialwaren, Zoohandel. Doch die Glasfronten und Eingangstüren waren mit dicken Brettern zugenagelt. Ein deprimierender Anblick und Grund genug umzukehren, doch Andrea ging weiter - bis ans Ende der Gasse. «Schuhmacherei Steffen», stand dort in alten Lettern über einem verstaubten Schaufenster und mitten auf der Glasfront klebte ein kleiner, vergilbter Zettel, auf dem geschrieben stand: „Ladenlokal 12 Monate gratis zu vermieten. Auflage: verwirklichen Sie sich ihren kreativen Traum - jetzt!“

Dies musste ein Scherz sein und doch, auf dem Zettel stand eine Telefonnummer. Andrea wusste nicht weshalb, aber ohne gross nachzudenken, tippte sie die angegebene Nummer in ihr Handy und bereits nach kurzem Klingeln meldete sich eine ältere Männerstimme: „Robert Steffen“. Und mit diesen Worten begann eine kleine Erfolgsgeschichte.

Wie kam es:  Schumacher Steffen verstarb bereits vor vielen Jahren. Sein Sohn Robert durfte jedoch das Geschäftshaus nicht verkaufen, sondern musste den Laden gratis an junge Handwerker oder Künstler vermieten - das war die Auflage. Damit wollte der alte Steffen kreativen Menschen zu ihrem Traum verhelfen.  Nur, in all den Jahren glaubte niemand an die Worte auf dem kleinen Zettel: „…verwirklichen Sie sich ihren kreativen Traum - jetzt!“

Kurzum: Andrea konnte die alte Schuhmacherei für 12 Monate gratis mieten, musste jedoch ein Handwerk darin betreiben und den Laden nach besagter Zeit an einen geeigneten Nachfolger übergeben. Sie eröffnete - vorerst in Teilzeit - ein Bildhaueratelier und machte schrittweise ihren Traum zum Beruf. Inzwischen ist Andrea wieder ausgezogen, wie es der Vertrag verlangte und arbeitet seither, nur zwei Häuser weiter, in einer eigenen, kleinen Werkstatt. Ja, Andrea lebt ihren Traum weiter - jeden Tag aufs Neue!

Die Idee des alten Steffen hat sich herumgesprochen und die Mieten für Handwerker und Künstler sind zwar nicht gratis, aber moderat. Und so verschwinden nach und nach die vernagelten Bretter vor den kleinen Läden, Blumen blühen vor Eingangstüren und Menschen flanieren wieder durch die Gasse. Es gibt eine Bäckerei, ein kleines Café, einen Buchladen, zahlreiche Künstlerateliers und selbst ein Schuhmacher hat sich wieder eingefunden. Der alte Steffen machte es vor… und kein Tag ist hier wie der andere!

© Kurzgeschichten Herbst 2016 Irene Meyer

 

 

 

 

Oberbaselbieter Zeitung 2. Februar 2017

Der Text wurde für den Schreibwettbewerb "Sola Scriptura 2017" verfasst. Ein Anlass zu Ehren von Martin Luther und dem 500 jährigen Reformationsjubiläum. Ausgeschrieben vom Evan. Kirchenkreis Wittenberg Deutschland.
  Die Reformation trägt Blüten

Martin Luther: Reformator, Verfechter, Kämpfer und Wegbereiter!
Martin Luther war ein Übersetzer - ein Dolmetscher. Er sprach in klaren, verständlichen Worten über Kirche, Volk und Freiheit, und löste damit eine Revolution aus - eine Revolution in den Köpfen von uns Menschen.
Martin Luther war ein mutiger Kämpfer! Trotz Widerständen und Gefahren hat er seine Hand nicht ruhen lassen und die Heilige Schrift - die Bibel - übersetzt, so dass wir sie verstehen konnten.
Martin Luther war ein vehementer Verfechter! Schranken und Verbote kamen ins Wanken. Durch ihn lernten wir nachzudenken, mitzudenken und gar laut zu denken. Durch ihn erlangten wir unsere Glaubensfreiheit!
Ja, Menschen wie Martin Luther, sind Reformer: sie zeigen auf und regen an. Sie schweigen nicht und sie verweilen nicht, denn Menschen wie er, wollen etwas bewirken. Und jetzt, 500 Jahre später, sitze ich hier und mache das, was Er mich gelehrt hat: «Ich denke nach!»
Ja, Menschen wie Martin Luther, sind Reformer: sie zeigen auf und regen an. Sie schweigen nicht und sie verweilen nicht, denn Menschen wie er, wollen etwas bewirken. Und jetzt, 500 Jahre später, sitze ich hier und mache das, was Er mich gelehrt hat: «Ich denke nach!»
Ich denke nach…was ich als einzelner Mensch bewirken kann. Nicht als grosser Verfechter, Kämpfer und Wegbereiter wie Martin Luther, sondern als kleines, individuelles Ich!
Ich denke nach…über mein, über unser Handeln in dieser Welt. Wir brauchen ein Umdenken, wir brauchen ein Neudenken und Martin Luther machte es vor: er lehrte uns zu verstehen und eigenverantwortlich zu handeln.
Ich denke nach…denn ich wünsche mir eine neue Reformation, eine Reformation im Herzen von uns allen. Viele positive Gedanken, haufenweise liebevoller Worte und Unmengen beherzter Taten - das ist es, was ich mir wünsche!
„Gelebte Nächstenliebe“, so würde Martin Luther meine Reformation umschreiben.
Ja, ich denke nach…was ich in meinem Leben verändern kann: Stillwerden, hinhören, hinsehen, mithelfen, mir Zeit nehmen, Zeit schenken, denn wir alle – wir alle bedürfen der steten Aufmerksamkeit und liebevollen Fürsorge!
„Tu es!“ Würde Martin Luther mich ermutigen: „Tu es, werde aktiv! Im Beruf und der Freizeit, in der Partnerschaft, Familie und der Nachbarschaft – tu es: Lass die Liebe, lass das Herz Einkehr halten in Deine Gedanken, Deine Worte und Taten!
Ja, tu es…
und die Reformation trägt Blüten!“

© Kurzgeschichten Herbst 2016 von Irene Meyer