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  Schreibatelier

       



Das Schreiben von Kurzgeschichten, Themenberichten und Sachbücher fasziniert mich.

 

  Inhaltsverzeichnis    
  1. In Arbeit...    
  2. Ein Haus im Wandel    
  3. Zweirad-Technik    
  4. Kurzgeschichten    

 

 

  1. In Arbeit...  
     
Im Moment aktuell:

- Kurzgeschichtensammlung: Caffe Latte
 
 Leseprobe: Ampeln auf rot (siehe unten, Rubrik 4)
     

 

 

  2. Ein Haus im Wandel...  
     
Ein Haus im Wandel der Zeit...
Museum-Sonderausgabe über ein 250jähriges Bauernhaus. Themen:
  • Traditionelle Zimmerei im 18. Jahrhundert
  • Feuer und Rauch
  • Waschbrett, Stöpsel und Co.
  • Alltägliches usw.

     

 

 

  3. Zweirad-Technik  
     
An wen richtet sich dieses Buch?
Zweirad-Technik ist ein Lehrmittel für Lehrlinge und angehende Meister, die sich anhand der 3'400 Fragen und Antworten selber testen wollen, wie stark ihr Fachwissen bereits verwurzelt ist. In diesem Buch sind alle Fachthemen enthalten, die an den Gewerbeschulen unterrichtet werden. Als Grundlage dient die gesamte Schulliteratur für die Berufe Fahrrad- und Motorfahrradmechaniker und Motorradmechaniker. Zweirad-Technik kann wie gewohnt über die Gewerbeschulen via Sammelbestellung oder auch einzeln bezogen werden im Velo-Huus.

Dieses 332seitige Lehrmittel ist bereits in der 9. Auflage!
Autorin: Irene Meyer Huus-Art

Details siehe Rubrik Lehrmittel

 

 

  4. Kurzgeschichten  
     
 

Ampeln auf Rot

Ich mag Ampeln auf Rot! Nein, kein Scherz, ich mag diese kleinen Pausen, im hektischen Treiben des Strassenverkehrs. Ich schalte den Motor aus, lehne mich zurück und beobachte im Rückspiegel die Insassen im nachfolgenden Auto. Durch Zufall habe ich entdeckt, wie spannend, wie unterhaltsam solche Einblicke sind. Klar, mir fehlt die Akustik, aber die Gesichter und Gesten sind meist vielsagend genug, um in etwa zu erahnen, wie sich die Atmosphäre im besagten Auto anfühlt.

Die Ampel steht auf Rot und ich sehe einen Mann mittleren Alters, gemeinsam mit seiner Frau. Er schaut mit verächtlichem Blick auf das Armaturenbrett, während sie starr die Kühlerhaube fixiert. Jedes Wort aus seinem Munde scheint gespickt mit Gehässigkeit, denn die Mundwinkel zeigen entschieden nach unten.  Währenddessen sitzt die Frau schweigend da, so als würde sie seine Tiraden bereits kennen. Dicke Luft dahinten und ich bin  froh, als die Ampel auf Grün wechselt.

Die Ampel steht auf Rot und ich sehe einen Vater um die Vierzig und sein 12jähriger Sohn. Die beiden haben es richtig gut! Der Vater schaut immer wieder amüsiert zu seinem Sohnemann, während dieser, Bazooka kauend, die neusten News erzählt. Der junge Blondschopf lacht viel, wendet dabei jedoch den Blick nicht von der Kühlerhaube. Der Vater hört ihm sichtlich interessiert zu, unterbricht ihn nur selten. Es scheint ein inniges Vater-Sohn Gespräch zu sein.

Die Ampel steht auf Rot und ich sehe das Pendant. Eine Mutter mit einer etwa 14 jährigen Tochter sitzt im Wagen hinter mir. Wir befinden uns mitten auf einer Brücke und die Mutter erklärt wortreich die nähere Umgebung. Die Tochter, in das altersbedingte Schweigen gehüllt, sieht desinteressiert auf die Kühlerhaube. Anmerkung: Beifahrer scheinen von Kühlerhauben fasziniert zu sein! Das Klima bei den beiden scheint normal, das heisst, während die Tochter in ihrer eignen Gedankenwelt abhängt, gestikuliert die Mutter erklärend mit den Händen. Doch plötzlich erwacht die Tochter aus ihrer Lethargie und die Rollen wenden sich. Schweigende, geradeaus blickende Mutter und eine unerwartet mitteilsame Tochter. Ob sich Mutter und Tochter überhaupt zuhören? Leider kann ich den Erzählungen nicht weiter folgen, denn die Ampel springt auf Grün.

Die Ampel steht auf Rot und ich sehe ein älteres Ehepaar, beide so um die siebzig. Um es kurz zu mache, im Wageninnern scheint es still zu sein, während beide nichtssagend auf die Kühlerhaube (!) blicken und das nächste Grün abwarten! Sie sehen aus wie altgedient. Ob sie sich nichts mehr zu sagen haben, oder verstehen sie sich „auch ohne Worte?“

Die Ampel steht auf Rot und hinter mir sehe ich eine Solistin. Alleinfahrer sind nicht sehr kommunikativ, ihnen fehlt ganz einfach die nachbarschaftliche Inspiration! Sie alle blicken meist geradeaus und sind dem Rot gänzlich ergeben. Keine Regung auszumachen, ausser wie gerade jetzt. Die Ampel springt auf Grün, aber der Fahrer vor mir scheint zu schlafen. Wir warten und warten und urplötzlich scheint Leben in die Solistin zu fluten. Schimpfend gestikuliert sie mit den Händen und zeigt auf die Grüne Ampel und dann auf ihre Armbanduhr. Achselzuckend und froh, dass ich nicht die Schlafmütze bin, begegnen sich unsere Blicke im Rückspiegel. Geduld bringt Rosen oder zumindest ein baldiges weiterfahren?

Ich mag Ampeln auf Rot und hinter mir sitzt ein junger Mann mit Handy am Ohr. Scheint ein wichtiges Gespräch zu sein, soviel verraten jedenfalls seine Gesichtszüge. Ob wichtig oder nicht, seine Augen schweifen so beiläufig wie nur möglich, durch die nähere Umgebung. Vermutlich suchen sie nach einem weissen Auto mit blauer Discokugel auf dem Dach? Glückgehabt, die Polizei, Dein Freund und Helfer, scheint anderswo beschäftigt zu sein und bei uns ist schon bald alles im grünen Bereich.

 Ich mag Ampeln auf Rot, diese geschenkten Pausen, so voller stiller, kleiner Geschichten im Rückspiegel.


© Kurzgeschichten 2015 von Irene Meyer

 
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